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Piraten

LERN-RESISTENZ

Nachfolgendes Klagelied veröffentlichte die Piratenpartei Bremen in vermutlich bester Verfassung am 23.06.2017 auf ihrer Homepage.
Nach der menschenverachtenden Aussage eines ihrer Mitglieder auf Twitter – wohl das Dämlichste, was mensch hätte tun können!

Nicht nur, dass die neuen Sicherheitsgesetze – die diese Partei hier anklagt – unmittelbare Folge einer Zuwanderungspolitik sind, die sie selbst als alternativlos etabliert, so werden vermutlich die fehlenden Unterstützungsunterschriften zur Zulassung bei der Bundestagswahl auf die eigene Blauäugigkeit im Umgang mit dem Massenmedium Twitter(s. Tweet von Pirat Goede) zurück zu führen sein.
Was jetzt tatsächlich korrupte Banker mit diesem Vorgang zu tun haben wird wohl ewig ein Geheimnis der Piratenpartei bleiben.

Nun auch noch öffentlich in die Hand zu beissen, die einen füttert(die des Wählers), zeugt von völligem Realitätsverlust und Totalverweigerung der Gesetze d. Kausalität.
Die Aussage: „Ich bettel nicht mehr um Eure Unterschrift!“ erinnert also unmittelbar an die Fabel vom Fuchs und den Trauben.

ZUFALL? … wohl kaum!

Aber lest selbst:

Ich bettel nicht mehr um Eure Unterschrift!
23.06.2017

Jedes Mal vor Wahlen müssen Parteien, die nicht in einem Parlament vertreten sind, so genannte Unterstützungsunterschriften sammeln. In einer Partei, die eine unterstützende Basis hat, ist das relativ einfach. Als wir 2009 den Landesverband Bremen gegründet haben, kamen über 500 Unterstützungsformulare innerhalb von 8 Tagen per Post. Hier konnte man zu Recht von Unterstützungsunterschriften sprechen.

Inzwischen unterschreiben nicht mal mehr die meisten Mitglieder. Man steht an Ständen und bettelt fremde Menschen an, ihre Adressdaten und ihre Unterschrift einer Partei zu geben, die sie im Allgemeinen nicht mal wählen werden und die inzwischen ungefähr die selbe Relevanz hat wie die Tierschutzpartei oder die Violetten.

Dabei sind die Themen der Piraten aktueller denn je.

Der Bundestag beschließt so nebenbei einen unfassbaren Eingriff in unsere Privatsphäre durch den Staatstrojaner. Und scheint sich noch selbst darüber lustig zu machen.

Transparenz und Freiheitsrechte sind uns wichtig. Für noch jemand?

Vor Jahren sind wir wegen von der Leyens Internetsperren auf die Straße gegangen. Und heute protestiert niemand mehr gegen Autobahnprivatisierung, NSU Skandale oder gegen das NetzDG. NetzDG? Da sollen ja auch nur vermeintliche Rechtsverstöße nicht mehr von einem Gericht geprüft werden, sondern von Privatkonzernen. Das ist eine staatliche und demokratische Bankrotterklärung!

Milliarden sackten korrupte Banker in ihre und die Taschen ihrer Kunden durch Cum-Ex Geschäfte und belohnten danach die korrupten Politiker durch gut bezahlte Posten, Reden oder was weiß ich. Rechenschaft? Was ist das? Verantwortung? Kennt das jemand? Steht jemand, im übertragen Sinn, mit der Mistforke vorm Parlament und fordert Knast, Rücktritte oder wenigstens eine Entschuldigung?

Den Medien kann man nur Komplettversagen attestieren. Die stürzen sich lieber auf einen Tweet, den irgend ein Depp unüberlegt rausgehauen hat, anstatt dauerhaft, intensiv und gut recherchiert auf gesellschaftliche Missstände hinzuweisen.

Anscheinend bewahrheitet es sich, dass Menschen nur unter extremen Druck und Leid zu Veränderungen bereit sind. Gut, dann lasst Eure PCs vom Staat verwanzen! Sollte irgendwann die AFD regieren, freuen die sich schon heute auf eine geile Infrastruktur. Lasst Konzerne für Euch entscheiden, was ihr sagen dürft und was nicht. Schenkt den Reichen noch mehr von Eurem Geld. Da Ihr der Autobahnprivatisierung so gelassen zuschaut, schafft Ihr die perfekte Grundlage auch Wasser und Luft in private Investorenhände zu geben. Die können das doch eh besser als der Staat. Lasst Euch von Kriegshetzern und Rüstungslobbyisten in einen Konflikt mit Russland treiben und das Grundgesetz am Hindukusch, in Syrien und sonst wo verteidigen. Das das meist durch illegale Kriege geschieht ist Euch doch egal.

Gesetzgebung und Gesetz sind nicht mehr für alle da. Wir haben nicht nur eine Zweiklassengesellschaft im monetären Bereich, sondern auch in Legislative und in der Judikative. Unsere Gesellschaft fußt eben nicht auf Monarchen oder göttlichen Offenbarungen, sondern auf dem Recht. Und wenn man das Recht nicht mehr achtet, dann entzieht man der Gesellschaft seine Grundlage. Das ist wesentlich gefährlicher, als den meisten Menschen bewusst ist.

Vom Programm her ist die Piratenpartei notwendiger denn je und doch ist sie für die meisten Menschen inzwischen völlig bedeutungslos.

Wir haben mit viel Engagement in den letzten Jahren den Laden am Laufen gehalten. Dabei haben wir die meiste Kraft zur Aufrechterhaltung verbraten und nicht, um neue Ideen und Konzepte zu entwickeln und die alten scheinen keinen mehr zu ineressieren.

Wir haben keine Basis mehr. Weder in einer ausreichenden Anzahl an aktiven Mitgliedern, noch in der Bevölkerung. Auf Augenhöhe mit anderen Kleinstparteien versuchen wir auf gravierende gesellschaftliche Probleme wie Arbeit 4.0 hinzuweisen und Lösungsansätze zu diskutieren.

Und? Wen kratzt das? Den Großteil der Bevölkerung anscheinend nicht. Und auch nicht unsere eigenen Mitglieder. Die kriegen ja nicht mal den Arsch hoch, um ein paar popelige Unterstützungsformulare auszudrucken und uns zukommen zu lassen.

Ich habe keine Lust mehr um Unterschriften zu betteln. Dann treten wir eben nicht an. Scheint außer uns selbst eh keinen zu belasten.

Erich

* Quelle: Piratenpartei Bremen

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